Barbaratag
Wer am 4. Dezember einen Kirsch-oder Forsythienzweig ins Haus holt, ihn über Nacht in warmes Wasser legt und morgens in eine Vase mit frischem Wasser stellt, der wird zu Weihnachten ein kleines Wunder erleben. Angeregt durch die Wärme, beginnen die Knospen schon bald zu treiben und am Heiligen Abend brechen die Blüten hervor.
Dies ist ein alter Brauch mit einer religiösen Bedeutung:
Die Blüten sollen auf die Geburt Christi hinweisen. Geschnitten werden die Zweige am Fest der heiligen Barbara, die im 3. Jahrhundert lebte und wegen ihres Glaubens hingerichtet wurde. Eine Legende erzählt, Barbara habe während ihrer Gefangenschaft einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrer Trinkschale benetzt. In den Tagen vor ihrem Tod fand sie Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte.

Ebenfalls ein alter Brauch ist es, sogenannte "Adventsgärtchen", Barbaragärtchen" oder "Weihnachtsgärtchen" anzulegen.
Dazu legt man in einen tiefen Teller am Barbaratag Küchenpapier oder - schöner - Watte und darauf Weizenkörner. Schön feucht gehalten wird dieses "Feld" Weihnachten grün sein und man kann damit die Weihnachtskrippe schmücken.

Barbarazweige:

Ein paar abgebrochene,
abgeschnittene Zweige,
dunkelbraun wie Besenreisig,
weg vom Baum,
vom Baum des Lebens,
der Saft gab und Halt.
Lächerlich, sie in ein Gefäß zu stellen,
mit Wasser gefüllt,
wirklich kein Schmuckstück für's Zimmer.
Aber was geschieht?
Wasser, Wärme
erweckt das scheinbar tote Gehölz;
durch die schwarzbraune Rinde 
drängt sich erstes Grün.
Das Leben setzt sich durch,
drängt, sprießt.
Frisches Leben lässt
in dem scheinbar Erstorbenen
Hoffnung auf die Kraft
des Lebens blühen.

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