Zum Nikolaustag am 6. Dezember
Wer ist Nikolaus?

Die historische Gestalt des Heiligen Nikolaus liegt weit in der Geschichte zurück. 
Neben der bekannteren Gestalt des Bischof Nikolaus von Myra, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Kleinasien lebte, wurde auch der Abt Nikolaus von Sion, einem Kloster aus der Gegend von Myra, der am 10. Dezember 564 starb, verehrt. 
Die Legendenbildung hat wohl aus beiden die uns bekannte Gestalt des Heiligen Nikolaus werden lassen. 
Es geht auch beim Nikolausbrauchtum nicht so sehr um das genaue Nachspielen historischer Ereignisse und um genaues Wissen dessen was damals geschehen ist. 
Als Adventheiliger weist Nikolaus vor allem schon auf das kommende Weihnachtsfest hin. Er ist eine lichte, helle Gestalt, die Wärme und Freude in die langen Winternächte bringen will.

Aus diesem Grund will der Nikolaus
- den Kindern keine Angst machen
- die Kinder nicht erschrecken
- nicht als Moralprediger fungieren
- nicht drohen oder sie bestrafen
- nicht die Erziehungsdefizite der Eltern wett machen

Frei nach der katholischen Aktion Kärnten
 

Woher kommt der Weihnachtsmann?

Manuskript des Audio-Beitrags von Ariane Hoffmann 

Vor über 100 Jahren, genauer zum Weihnachtsfest 1897, schrieb die kleine Virginia O'Handon aus New York folgenden Brief an die amerikanische Tageszeitung "The sun": "Ich bin 8 Jahre alt, einige von meinen Freunden sagen: es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir, gibt es einen Weihnachtsmann?" Diese Frage rührte Sun-Chefredakteur Francis Church und er antwortete auf der Titel-Seite seiner Zeitung: "Der Weihnachtsmann lebt und ewig wird er leben, sogar in 10 mal 10.000 Jahren wird er dasein, um Kinder wie dich mit Freude zu erfüllen, Frohe Weihnacht, Virginia, dein Francis Church!" Damit wäre das geklärt - zumindest für die Vereinigten Staaten von Amerika. Aber wie ist das in Europa, genauer: in Deutschland? Musik "Guten Tag, ich bin der Nikolaus, guten Tag, guten Tag!" Musik "Freue Dich s'Christkind kommt bald!" Nikolaus, Christkind - wo bleibt bei uns der Weihnachtsmann? "Weiß ich nicht!" "Der Nikolaus, wie wir ihn heute kennen, ist entstanden aus 2 verschiedenen Figuren, wie wir heute wissen: Zwei bischöfliche Gestalten aus Klein-Asien und zwar Bischof Nikolaus von Myra und Bischof Nikolaus von Sion. Der Nikolaus von Myra soll im 3. Jahrhundert gelebt haben, seine Legenden tauchen ab dem 5. Jahrhundert auf, erreichen im 8. Jahrhundert hier das westliche Europa, überspringen bei 800 etwa die Alpen und sind seit dieser Zeit auch hier bei uns Zuhause." Der Nikolaustag ist der 6. Dezember. Und genau an diesem Tag wurden auch früher die Kinder beschert - bis zur Reformation Martin Luthers, der die Heiligen kurzerhand abschaffte. "Da dieses überaus populäre Fest des Nikolaus aber mit Kinderbeschenken verbunden war und man es deshalb nicht einfach ersatzlos verschwinden lassen konnte, hat Luther das Schenken von Nikolaus losgelöst und auf Weihnachten verlegt. Dafür brauchte er eine neue Geschenkfigur und da das der Nikolaus nicht mehr sein durfte, hat er eine neue Figur übernommen, die er im Elsaß vorgefunden hat, nämlich das sogenannte Christkind. Für dieses Christkind gilt genau das gleiche wie für Nikolaus: es taucht eigentlich selber nicht auf, man hat nur von ihm gehört, die Gardine wackelt noch gerade, weil er da gewesen ist, es riecht nach ihm, aber man sieht es eigentlich nicht." Von wegen - jedes Kind, weiß wie das Christkind aussieht: "Das Christkind ist ganz weiß und sieht fast so aus wie ein Gespenst, hat Flügel und bringt die Geschenke!" Aber nur im Westen und Süden Deutschlands - wo die Katholiken wohnen. Denn "das Christkind ist seit den 30er Jahren katholisch geworden und wird sich heute meistens in katholischen Familien noch finden, während der Weihnachtsmann vielfach in evangelischen Familien zuhause ist." Endlich kommt der Weihnachtsmann ins Krippen-Spiel. MUSIK "Wann kommst Du Weihnachtsmann - mit dem großen Schlitten an?" "Das 1. klassische Weihnachtsmann-Modell, noch genannt der böse Niklas, taucht 1845 auf bei dem Arzt Hoffmann, der Geschichten für seine Kinder zeichnete, die dann unter dem Titel "Struwwelpeter" erschienen sind. Diese Figur wandert aus nach Amerika, wird dort zum Santa Claus, wird dann zum Father Christman und wird ungeheuer populär durch eine Werbeaktion einer Firma, die braune Pausen-Brause herstellt. Ein schöner Limo-Hersteller macht also aus dem ursprünglichen hageren, heiligen Nikolaus mit Bischofsmütze, Stab und festlichem Gewand einen pausbäckigen Opa mit Bömmelmütze und Anzug in den Firmen-Farben rot und weiß - den Weihnachtsmann. "Er tritt faktisch ab September überall auf und ist das Erkennungszeichen einer konsumfreudigen Zeit geworden." Und beschert die evangelischen Kinder Europas. Alle? Nicht alle, meint der Theologe: "Die Holländer haben eine interessante Entwicklung begonnen, nämlich den Versuch, den Weihnachtsmann wieder zu verdrängen, um zurückzukommen zur alten Nikolausfigur....Das geht sogar sogar bis dahin, dass man Schaufenster beklebt, wo Weihnachtsmänner auftauchen. Also die Holländer wollen ihre alte Tradition wieder herbeiführen, dass der Nikolaus derjenige ist, der kommt und schenkt und die Kinder beschert." ...
 

Wie der Nikolaus aussieht

Obwohl er nachts kommt und ihn eigentlich nie jemand zu sehen bekommt, wissen die Kinder ganz genau wie er aussieht. Er trägt einen weißen Rauschebart, einen langen roten Mantel und einen dicken Sack mit Geschenken über der Schulter. Früher waren da Apfel, Nuss und Mandelkern drin. Damit lassen sich die Kinder heute nicht mehr gerne abspeisen. Dass der Nikolaus als Bischof im kirchlichen Ornat mit Mitra, Bischofsstab und goldenem Buch kommt, ist in Deutschland und vielen anderen Ländern in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten. In den Niederlanden dagegen wird Nikolaus immer noch als Bischof dargestellt, der mit seinem Schimmel über den Dächern reitet. 

Woher das Rot des Mantels kommt

Nikolaus lebte Anfang des 4. Jahrhunderts und war Bischof von Myra in Kleinasien (das heutige Demre in der Türkei). Viel mehr ist historisch nicht belegbar, doch erzählen alle Legenden von seinem sehr tatkräftigen und teilweise auch kämpferischen Einsatz für Hilfsbedürftige. 
Seit der Aufklärung, stärker im 19. Jahrhundert, wurde Nikolaus oft als Erziehungsinstrument eingesetzt. Auch aus reformatorischer Kritik an der katholischen Heiligenverehrung heraus entstand etwa zur gleichen Zeit die Vorstellung vom Weihnachtsmann, der - im Unterschied zur Mitra des Bischofs - mit einer Zipfelmütze dargestellt wird. 
Wer sich fragt, woher die rote Farbe des Mantels kommt, mag sich zum einen erinnern an den roten Bischofsmantel. Zum anderen braucht man sich nur eine Coca-Cola-Dose anzuschauen. Diesem Konzern ist es gelungen, das Bild vom Weihnachtsmann zu prägen, indem man schon vor Jahrzehnten einen Mitarbeiter als Weihnachtsmann in Coca-Cola-Farben verkleidete. 

Frei nach Eric Tuerlings

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